Grundlagen

Hals und Armloch mit Streifen einfassen

Ein Halsstreifen, der flach liegt: richtige Länge, Ring, Viertel, nur den Streifen dehnen. So fasst du Hals und Armloch bei Jersey, Sweat und Bündchen sauber ein.

Nahaufnahme: Der gefaltete Streifen liegt oben auf dem Stoff, die offenen Kanten bündig, Clips an den Enden. Hinter dem Nähfuß die fertige Naht, vor dem Fuß ein Pfeil, der die Markierung auf dem Streifen bis zur Markierung auf dem Stoff dehnt

Bei Shirts, Tops und Westen aus Jersey, Sweat oder Bündchen werden Halsausschnitt und Armlöcher oft mit einem Streifen eingefasst. Der Streifen wird doppelt gelegt, an die Kante genäht und klappt dann nach oben. So bekommt das Top Merle seinen Halsstreifen, und die Weste Tove hat schmale Streifen an Hals und Armlöchern.

Das Prinzip ist immer gleich: Der Streifen ist kürzer als die Öffnung und wird beim Annähen gedehnt. So zieht er die Kante leicht zusammen und legt sich an den Körper. Ist er zu lang, wellt er sich. Ist er zu kurz, zieht er Falten. Hier liest du Schritt für Schritt, wie es passt.

Das brauchst du

  • Jersey, Sweat oder Bündchenware für die Streifen
  • Jersey-Nadel, bei viel Elasthan eine Stretch-Nadel
  • Nähmaschine mit Stretchstich oder schmalem Zickzack, oder eine Overlock
  • Zwillingsnadel zum Absteppen, wenn du magst
  • Stoffklammern (Clips) oder Stecknadeln
  • Maßband, Kreide oder Trickmarker
  • Bügeleisen

Schritt 1

Der Streifen ist kürzer als die Öffnung

Ein ärmelloses Oberteil mit gelb markiertem Halsausschnitt. Daneben dieselbe Länge als gelbe Linie, darunter ein kürzerer Streifen und derselbe Streifen gedehnt auf die volle Länge mit einem Doppelpfeil

Ein Streifen, der genauso lang ist wie der Ausschnitt, steht später ab und wellt sich. Er muss kürzer sein, damit du ihn beim Annähen dehnst und er die Kante sanft zusammenzieht.

  • Beim Halsausschnitt aus Jersey ist der Streifen meist etwa 85 bis 90 % so lang wie die Öffnung. Wie viel genau, hängt davon ab, wie stark dein Stoff dehnt.
  • Im Schnittmuster steht die Länge schon drin. Nimm sie als Ausgangspunkt.
  • Schneid den Streifen so zu, dass die größte Dehnung in der Länge des Streifens liegt. Die Maschenstäbchen, also die Reihen aus kleinen „V“, laufen dann quer über den Streifen.

Bündchen dehnt mehr und darf etwas kürzer sein, wenig dehnbarer Stoff etwas länger.

Schritt 2

Den Streifen zum Ring schließen

Ein Streifen, dessen Enden mit einem Pfeil zusammengeführt werden, darunter der geschlossene Ring mit senkrechter Naht. Rechts ein ärmelloses Oberteil von hinten, markiert sind die Naht in der hinteren Mitte und die Nähte unter den Armen

Leg die kurzen Enden des Streifens rechts auf rechts aufeinander und näh sie zusammen. Nimm einen Stretchstich oder einen schmalen Zickzack, denn auch diese kleine Naht wird später gedehnt. Jetzt hast du einen Ring.

  • Prüf, dass der Ring nicht verdreht ist.
  • Mit der Nähmaschine genäht, kannst du die Nahtzugabe auseinanderlegen und flach drücken. Das trägt weniger auf.

Die Naht im Ring kommt später an eine Stelle, wo man sie kaum sieht: beim Halsausschnitt in die hintere Mitte, beim Armloch unter den Arm, also auf die Seitennaht.

Schritt 3

Längs falten und leicht bügeln

Oben ein offener Streifen mit der linken Seite nach oben und gestrichelter Faltlinie in der Mitte. Unten derselbe Streifen längs gefaltet, rechte Seite außen, mit einem Bügeleisen, das nur aufgesetzt wird. Links ein Querschnitt der Faltung

Falte den Ring der Länge nach links auf links. Die rechte Stoffseite liegt jetzt außen, die offenen Kanten liegen genau aufeinander, und die Nahtzugabe vom Ring ist innen versteckt.

Bügle die Faltkante leicht: Bügeleisen aufsetzen, kurz drücken, anheben und ein Stück weiter wieder aufsetzen. Nicht schieben, sonst ziehst du den Streifen in die Länge, und die Länge aus Schritt 1 stimmt nicht mehr.

Achte darauf, dass beide Lagen gleich breit sind. Steht eine Kante über, wird der Streifen später ungleich breit.

Schritt 4

Streifen und Öffnung vierteln

Ein ärmelloses Oberteil mit vier Markierungen am Halsausschnitt: hintere Mitte, vordere Mitte und zwei Viertel, die deutlich unterhalb der grauen Schulterpunkte liegen. Daneben der flach gelegte Ring mit vier Markierungen

Damit sich die Dehnung gleichmäßig verteilt, teilst du Streifen und Öffnung in vier gleiche Teile und markierst sie.

  • Streifen: Die Ringnaht ist die erste Markierung. Leg den Ring flach, mit der Naht an einem Ende. Die Falte am anderen Ende ist die zweite. Leg diese beiden Punkte aufeinander: Die neuen Falten sind die Viertel.
  • Halsausschnitt: Markier die hintere und die vordere Mitte. Leg dann die vordere Mitte auf die hintere Mitte. Wo der Ausschnitt jetzt seitlich faltet, sind die Viertel.
  • Armloch: genauso, mit der Seitennaht als erstem Punkt.

Die Viertel liegen oft nicht auf den Schulternähten, weil der vordere Ausschnitt tiefer ist als der hintere. Miss also nach, statt dich auf die Schulternaht zu verlassen.

Schritt 5

Annähen: nur den Streifen dehnen

Nahaufnahme: Der gefaltete Streifen liegt oben auf dem Stoff, die offenen Kanten bündig, Clips an den Enden. Hinter dem Nähfuß die fertige Naht, vor dem Fuß ein Pfeil, der die Markierung auf dem Streifen bis zur Markierung auf dem Stoff dehnt

Leg den gefalteten Streifen auf die rechte Seite des Teils, die offenen Kanten bündig an der Kante der Öffnung. Steck zuerst die Ringnaht auf die hintere Mitte, beim Armloch auf die Seitennaht. Dann die übrigen Viertel auf ihre Markierungen.

Zwischen den Markierungen ist der Streifen jetzt kürzer als die Öffnung. Das ist richtig so.

  • Näh mit dem Streifen oben. So siehst du, was du dehnst.
  • Dehne nur den Streifen, gerade so weit, dass er bis zur nächsten Markierung flach auf der Öffnung liegt. Die Öffnung selbst ziehst du nicht.
  • Nimm einen Stretchstich, einen schmalen Zickzack oder die Overlock. Mehr zu Nadel und Stich: 5 Jersey-Fallen.

Schritt 6

Bügeln, absteppen und prüfen

Drei Halsausschnitte nebeneinander: links ein welliger Streifen, falsch; in der Mitte ein flacher Streifen mit doppelter Steppnaht, richtig; rechts ein Streifen, der den Stoff in Falten zieht, falsch

Leg die Nahtzugabe zum Körper hin, also weg vom Streifen, und bügle von rechts mit etwas Dampf. Auch hier aufsetzen, nicht schieben.

Wenn du magst, steppst du die Nahtzugabe knapp neben der Naht auf dem Teil fest, mit einer Zwillingsnadel oder einem schmalen Zickzack. Das hält sie flach und sieht ordentlich aus.

Dann prüfen:

  • Liegt flach: Alles richtig.
  • Wellt sich: Der Streifen war zu lang. Mach den Ring kürzer.
  • Rafft den Stoff oder zieht Falten: Der Streifen war zu kurz. Mach den Ring länger.

Dafür trennst du die Naht auf und verschiebst die Ringnaht. Ärgerlich, aber besser als ein Ausschnitt, der nie richtig sitzt.

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