Tipps & Tricks

Schrägband selbst herstellen – auch aus Resten

Schrägband musst du nicht kaufen. Aus Stoffresten, alten Hemden oder Kissenbezügen machst du es selbst: schräg zugeschnitten, sauber verbunden und doppelt gefaltet.

Links ist die Stoffecke so umgeklappt, dass die Querkante auf der Webkante liegt, der Bruch bildet die 45°-Linie. Rechts liegt ein Zeichendreieck an der Webkante, daneben eine Kreidelinie

Schrägband brauchst du zum Einfassen von Kanten, Ausschnitten und Armlöchern. Fertig gekauft gibt es das Band meist nur in ein paar Farben, und oft passt keine richtig.

Dabei ist es schnell selbst gemacht, und kaufen musst du dafür nichts. Stoffreste reichen, genauso ein altes Baumwollhemd, ein Kissenbezug oder ausgediente Bettwäsche. So passt das Band genau zu deinem Projekt, und die Reste landen nicht im Müll.

Wie du das fertige Band annähst, zeigen wir in Einfassen mit Schrägband.

Das brauchst du

  • Stoffreste, ein altes Baumwollhemd, ein Kissenbezug oder alte Bettwäsche
  • Lineal und Kreide oder Trickmarker
  • Zeichendreieck oder Patchworklineal mit 45°-Linie
  • Rollschneider und Schneidematte oder eine scharfe Stoffschere
  • Stecknadeln, Nähmaschine und passendes Garn
  • Bügeleisen, Schrägbandformer (wenn vorhanden) oder ein Stück Karton
  • Ein Stück fester Karton zum Aufwickeln

Schritt 1

Warum schräg? Damit das Band um die Kurve kommt

Links steht ein gerade geschnittener Streifen an einer Rundung ab und wirft Falten, rechts liegt ein schräg geschnittener Streifen glatt um die Rundung

Webstoff gibt längs und quer zum Fadenlauf kaum nach. Schneidest du ihn aber schräg, also im 45°-Winkel zur Webkante, dehnt er sich ein wenig. Genau das braucht ein Band, das um Rundungen laufen soll.

  • Ein gerade geschnittener Streifen legt sich an einer Rundung in Falten oder steht ab.
  • Ein schräg geschnittener Streifen gibt nach und legt sich glatt um Ausschnitt, Armloch oder abgerundete Ecken.

Für lange, gerade Kanten würde zur Not auch ein gerader Streifen reichen. Sobald eine Kurve dabei ist, nimm Schrägband.

Schritt 2

Den passenden Stoff finden – Reste reichen

Ein altes Hemd, bei dem Rücken und Ärmel mit schrägen Linien markiert sind, daneben ein Kissenbezug, Stoffreste und ein durchgestrichenes T-Shirt

Am besten eignet sich dünne Webware aus Baumwolle, zum Beispiel Popeline, Chambray oder Hemdenstoff. Sie lässt sich gut falten und bügeln und trägt an der Kante nicht auf.

Dafür musst du nichts kaufen:

  • Alte Baumwollhemden (keine T-Shirts): Rücken und Ärmel geben lange Stücke.
  • Kissenbezüge und alte Bettwäsche: viel Fläche, oft schön weich gewaschen. Dünn gescheuerte Stellen lässt du weg.
  • Stoffreste aus anderen Projekten, auch kleine. Kurze Streifen nähst du später zusammen.

Nicht geeignet sind dehnbare Stoffe wie Jersey und sehr dicke Stoffe wie Jeans oder Cord. Sie werden beim Falten zu dick oder verziehen sich.

Schritt 3

Die 45°-Linie finden

Links ist die Stoffecke so umgeklappt, dass die Querkante auf der Webkante liegt, der Bruch bildet die 45°-Linie. Rechts liegt ein Zeichendreieck an der Webkante, daneben eine Kreidelinie

Du brauchst eine Ecke, deren zwei Kanten genau im Fadenlauf liegen: die Webkante und eine Kante quer dazu. Bei Resten ohne Webkante ziehst du einen Faden aus dem Stoff. Die Linie, die dabei entsteht, liegt genau im Fadenlauf, und du schneidest daran entlang.

Dann klappst du die Ecke um, sodass die Querkante genau auf der Webkante liegt. Der Bruch, der dabei entsteht, ist deine 45°-Linie. Bügel ihn kurz und zeichne ihn mit Kreide nach.

Mit einem Zeichendreieck geht es auch: Leg eine Seite an die Webkante und zeichne an der schrägen Seite entlang.

Schritt 4

Streifen anzeichnen und zuschneiden

Stoff mit parallelen, schrägen Kreidelinien im gleichen Abstand, ein Lineal liegt an einer Linie, der Rollschneider fährt daran entlang

Die Breite rechnest du einfach aus: Streifenbreite = 4 × fertige Bandbreite. Für ein doppelt gefaltetes Band von 1 cm schneidest du also 4 cm breite Streifen.

  • Leg das Lineal an die 45°-Linie und zeichne mit Kreide parallele Linien im gleichen Abstand.
  • Miss jeden Abstand von der letzten Linie aus neu, nicht nur einmal am Anfang.
  • Schneid mit Rollschneider und Lineal. Das geht am schnellsten und wird am geradesten. Eine scharfe Schere geht auch.

Wie viel du brauchst: Miss die Kante, die du einfassen willst, und gib etwa 20 cm dazu.

Schritt 5

Streifen aneinandernähen

Links liegen zwei Streifen rechts auf rechts im rechten Winkel, mit diagonaler Naht und Schnittlinie. Rechts der verbundene Streifen von vorne und von hinten mit auseinandergebügelter Nahtzugabe

Die Streifen werden nicht einfach Kante an Kante genäht, sondern schräg. So verteilt sich die Nahtzugabe, und es gibt keine dicke Stelle im Band.

  • Leg zwei Streifen rechts auf rechts im rechten Winkel übereinander.
  • Näh diagonal von Ecke zu Ecke, dort wo sich die Streifen kreuzen.
  • Klapp kurz auf und prüf, ob die Streifen eine gerade Linie bilden.
  • Schneid die Nahtzugabe auf 6 mm zurück und bügel sie auseinander.

Für viele Meter gibt es die Schlauchmethode: Du nähst ein Stoffquadrat zu einem versetzten Schlauch und schneidest das Band in einer langen Spirale ab. Das spart viele einzelne Nähte.

Schritt 6

Falten, bügeln und aufwickeln

Querschnitt in drei Schritten: flacher Streifen, Kanten zur Mitte gefaltet, dann in der Mitte gefaltet. Daneben ein Karton mit aufgewickeltem Band

Jetzt wird aus dem Streifen ein doppelt gefaltetes Band. Erst bügelst du beide Längskanten zur Mitte, dann klappst du das Band in der Mitte zusammen und bügelst noch einmal.

  • Mit Schrägbandformer: Streifen durchfädeln, er kommt gefaltet heraus, das Bügeleisen folgt direkt dahinter.
  • Mit Karton: Schneid einen Kartonstreifen so breit wie das halb gefaltete Band (bei 4-cm-Streifen 2 cm), leg ihn auf die linke Seite und bügel die Kanten darüber.
  • Mit Stecknadel: Steck eine Nadel so in den Bügelbrettbezug, dass ein 2 cm breiter Steg entsteht. Zieh den Streifen mit eingeschlagenen Kanten darunter durch und bügel direkt dahinter.

Wickel das fertige Band auf ein Stück Karton, dann bleibt es glatt.

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