Grundlagen
Richtig Maß nehmen für deinen Maßschnitt
Band anlegen, Umfänge waagerecht, Längen senkrecht: So misst du die Maße für Han, Merl, Pulo und Wleg, und so erkennst du Messfehler, bevor du bestellst.

Ein Maßschnitt ist nur so gut wie die Zahlen, aus denen er entsteht. Wir rechnen jedes Maß genau so ein, wie du es eingibst. Ein Zentimeter zu viel an der Hüfte oder eine schief gemessene Rückenlänge landen also direkt im Schnitt.
Die gute Nachricht: Richtig messen ist keine Kunst. Du brauchst ein Maßband, ein schmales Band für die Taille, eine zweite Person für den Rücken und etwa eine halbe Stunde Ruhe. Im Bestellformular steht bei jedem Maß eine kurze Erklärung. Hier zeigen wir dir, worauf es dabei ankommt und wo sich die häufigsten Fehler einschleichen.
Das brauchst du
- Ein Maßband, das nicht ausgeleiert ist
- Ein schmales Band oder Gummiband für die Taille
- Eine zweite Person für Rücken und Längen
- Ein großer Spiegel
- Zettel und Stift
- Unterwäsche, bei Oberteilen und Kleidern der BH, den du später darunter trägst
Schritt 1
Vorbereiten und das Band anlegen

Miss in Unterwäsche und barfuß. Für Oberteile und Kleider trägst du den BH, den du später darunter anziehst. Brust und Oberbrust müssen mit demselben BH gemessen werden.
Dann bindest du ein schmales Band um die Taille. Alle Längen beginnen oder enden an seiner Unterkante. Wo es sitzt, hängt vom Schnitt ab:
- Oberteile und Kleider (Merl, Pulo): in der natürlichen Taille, der schmalsten Stelle. Beug dich zur Seite: Wo sich eine Falte bildet, liegt sie.
- Hosen und Leggings (Han, Wleg): dort, wo der Bund später sitzen soll, auch wenn das tiefer ist.
Lass das Band während des ganzen Messens dran. Prüf dein Maßband einmal an einem Lineal: Alte Bänder dehnen sich mit der Zeit.
Schritt 2
Umfänge: waagerecht und anliegend

Bei jedem Umfang liegt das Maßband waagerecht rundherum, auch hinten. Schau in den Spiegel oder lass die zweite Person prüfen: Hinten rutscht das Band gern nach unten, und schon ist das Maß zu groß. Das Band liegt an, ohne einzuschnüren.
- Brust: um die vollste Stelle, unter den Armen herum.
- Oberbrust: ganz oben unter den Achseln, vorne oberhalb der Brust, hinten waagerecht über die Schulterblätter. Nicht unter der Brust messen, das ist ein anderes Maß.
- Taille: genau am Band.
- Hüfte: um die stärkste Stelle von Po und Hüfte. Die liegt oft tiefer, als man denkt. Schieb das Band ein paarmal hoch und runter und nimm den größten Wert.
Bei den Beinen (Oberschenkel, Knie, Wade) gilt dasselbe: an der stärksten Stelle, Bein entspannt.
Schritt 3
Längen am Oberkörper

Diese Maße misst die zweite Person, während du aufrecht stehst und geradeaus schaust.
- Rückenlänge: vom vorstehenden Halswirbel entlang der Rückenmitte bis zum Band. Den Wirbel findest du, wenn du den Kopf nach vorn neigst: Es ist der Knochen, der am deutlichsten hervortritt.
- Rückenbreite: hinten waagerecht von Armansatz zu Armansatz, die Arme hängen locker.
- Schulterlänge: vom seitlichen Halsansatz bis zum Schulterpunkt. Den Schulterpunkt spürst du als Knochen am Übergang zum Oberarm, wenn du den Arm leicht hebst.
- Brustpunktabstand: waagerecht von Brustspitze zu Brustspitze.
- Brusttiefe: vom seitlichen Halsansatz bis zur Brustspitze.
Für Merl kommen drei Längen dazu: die vordere Länge von der Halsgrube senkrecht bis zum Band, sowie hinten Halspunkt bis Taille und Schulterpunkt bis Taille, beide senkrecht nach unten. Daraus berechnen wir die Neigung deiner Schultern und ob der Rücken mehr Länge braucht.
Schritt 4
Längen ab dem Band

Diese Längen misst du seitlich und senkrecht, nicht an der Rundung entlang. Am leichtesten geht es, wenn die zweite Person das Maßband gerade nach unten hält.
- Hüfttiefe: seitlich vom Band senkrecht bis zur Höhe der stärksten Hüftstelle. Achtung: Beim Kleid zählt das Band in der natürlichen Taille, bei Hosen das tiefer sitzende Gummiband. Das sind zwei verschiedene Maße.
- Halsansatz bis Knie (Pulo): vom seitlichen Halsansatz senkrecht bis zur Kniemitte. Daraus berechnen wir die Länge des Kleids.
- Sitzhöhe (Hosen): aufrecht auf einem festen Stuhl sitzen, seitlich vom Band senkrecht bis zur Sitzfläche.
- Schrittbogen (Hosen): zu zweit, das Maßband vorne am Band anlegen und locker durch den Schritt nach hinten führen. Abgelesen wird an der gedachten Linie, die vom Schritt senkrecht nach unten geht.
- Innenbein, Außenlänge, Länge hinten Mitte: jeweils bis zum Boden, barfuß.
Schritt 5
Arm und Handgelenk

- Armlänge: vom Schulterpunkt über den leicht gebeugten Ellenbogen bis zum Handgelenkknochen. Gebeugt deshalb, weil der Ärmel sonst zu kurz wird, sobald du dich bewegst.
- Oberarm: um die kräftigste Stelle des entspannten Oberarms. Miss beide Arme und nimm den größeren Wert.
- Handgelenk: rund um die schmalste Stelle.
Am leichtesten geht die Armlänge, wenn du die Hand locker auf die Hüfte legst und die zweite Person misst.
Schritt 6
Prüfen, notieren, speichern

- Nie über Kleidung messen. Schon ein dünner Pulli macht jeden Umfang ein paar Zentimeter größer.
- Jedes Maß zweimal. Weichen die beiden Werte mehr als einen Zentimeter voneinander ab, miss ein drittes Mal.
- Nichts schönen. Ein Maßschnitt passt zu den echten Zahlen. Wer die Taille kleiner einträgt, bekommt ein Kleidungsstück, das dort spannt.
- Kurz gegenchecken: Die Oberbrust ist kleiner als die Brust, die Rückenlänge passt zur Körpergröße, rechts und links sind ähnlich. Das Bestellformular prüft solche Dinge auch und gibt dir einen Hinweis, wenn etwas ungewöhnlich ist.
Wenn du angemeldet bist, kannst du deine Maße im Konto speichern. Dann sind sie beim nächsten Maßschnitt schon eingetragen. Miss neu, wenn sich dein Körper verändert hat.