Grundlagen
Knöpfe auswählen, annähen – und was geht, wenn keiner da ist
Welcher Knopf passt zum Knopfloch, wie nähst du ihn mit Fadenschenkel an, was nimmst du, wenn keiner da ist, und wie werden aus schlichten Knöpfen schöne?

Einen Knopf annähen kann jede. Damit er gut aussieht, sich leicht schließen lässt und nicht nach drei Wäschen abfällt, kommt es auf ein paar Kleinigkeiten an: die richtige Größe, einen Fadenschenkel und genug Halt im Stoff.
Und wenn die Knopfdose leer ist? Dann musst du nicht los. Aus einem Zweig, einem Filzrest oder einem Stück Stoff wird schnell ein Verschluss. Auch alte, schlichte Knöpfe lassen sich mit wenig Aufwand aufwerten.
Das brauchst du
- Knöpfe oder Ersatz aus der Restekiste
- Nähnadel und fester Faden, z. B. Knopfgarn
- Streichholz oder Zahnstocher
- Kreide oder Trickmarker
- Kleine Schere
- Je nach Idee: Filz- oder Lederreste, Stoffreste, Pappe, Acrylfarbe oder Nagellack, Klarlack, Textilkleber, Stickgarn
Schritt 1
Den passenden Knopf auswählen

Fang beim Knopfloch an, nicht beim Knopf. Die Faustregel: Knopfloch = Durchmesser + Dicke des Knopfs. Ein flacher Knopf mit 15 mm braucht also ein Knopfloch von etwa 17–18 mm, ein dicker oder gewölbter etwas mehr. Ist das Loch schon da, nimm einen Knopf, der knapp durchpasst.
- Zweilochknöpfe sind schlicht und passen fast überall.
- Vierlochknöpfe halten etwas fester, gut für Stellen mit Zug.
- Ösenknöpfe haben hinten eine Öse statt Löcher und stehen von allein etwas ab.
Achte auch aufs Gewicht: Schwere Knöpfe ziehen leichte Stoffe nach unten. Zu Jersey oder dünner Baumwolle passen leichte, flache Knöpfe.
Schritt 2
Markieren und mit Fadenschenkel annähen

Leg beide Teile geschlossen übereinander und markier mit einer Stecknadel oder Kreide durch das Knopfloch: bei einem waagerechten Knopfloch am Ende zur Kante hin, bei einem senkrechten knapp unter dem oberen Ende. Dort kommt die Knopfmitte hin.
Dann annähen:
- Faden doppelt nehmen, verknoten und von hinten nach vorn einstechen.
- Ein Streichholz oder einen Zahnstocher zwischen den Löchern auf den Knopf legen und darüber nähen, vier- bis sechsmal durch jedes Loch.
- Abstandhalter herausziehen, Knopf hochziehen und den Faden darunter ein paarmal fest umwickeln. Das ist der Fadenschenkel.
- Nadel nach hinten führen und dort verknoten.
Schritt 3
Vierlochknöpfe, Ösenknöpfe und dünne Stoffe

Bei Vierlochknöpfen hast du die Wahl: zwei parallele Stege oder ein Kreuz. Beides hält gut. Wichtig ist nur, dass alle Knöpfe an einem Teil gleich aussehen.
Ösenknöpfe nähst du durch die Öse an. Sie brauchen keinen zusätzlichen Fadenschenkel, das übernimmt die Öse. Richte sie so aus, dass sie in Längsrichtung des Knopflochs liegt.
Bei dünnen oder dehnbaren Stoffen reißt ein Knopf leicht ein Loch. Näh auf der Rückseite einen kleinen, flachen Unterlegknopf mit an, du stichst einfach durch beide Knöpfe gleichzeitig. Alternativ bügelst du vorher ein kleines Stück Bügeleinlage hinter die Stelle, siehe Bügeleinlagen: welche wofür?.
Schritt 4
Kein Knopf da? Ersatz aus der Restekiste

Für einen Verschluss musst du nichts kaufen. Das geht mit dem, was da ist:
- Knebel aus einem Zweig: ein trockenes Aststück, etwa 3–4 cm lang, Enden glatt schleifen, in der Mitte festnähen. Dazu eine Stoffschlaufe statt Knopfloch. Eine Holzperle geht genauso.
- Scheibe aus Filz oder Leder: einen Kreis ausschneiden, zwei Löcher stechen, fertig.
- Stoffknopf: einen Stoffkreis um eine münzgroße Pappscheibe raffen, wie im letzten Schritt.
- Knotenknopf: aus einem schmalen Stoffschlauch eine feste Kugel knoten, dazu eine Schlaufe. Den Schlauch nähst du aus einem Schrägstreifen, siehe Schrägband selbst herstellen.
- Bänder zum Binden oder ein Annäh-Druckknopf.
Finger weg von Kronkorken und allem mit scharfen Kanten: Das scheuert Faden und Stoff durch und kann in der Wäsche rosten.
Schritt 5
Alte Knöpfe aufwerten: Farbe, Glitzer, Garn

Schlichte Knöpfe aus der Dose werden mit wenig Aufwand zu etwas Besonderem:
- Anmalen mit Acrylfarbe oder Nagellack, danach mit Klarlack versiegeln. Lass alles gut durchtrocknen, am besten über Nacht oder länger. Probier es erst an einem Knopf aus.
- Glitzersteine: kleine Strasssteine mit Textilkleber auf den Rand kleben. Das ist nur etwas für Zierknöpfe, die nicht ständig auf- und zugeknöpft werden. Solche Teile wäschst du von Hand.
- Mit Stickgarn umwickeln: Ösenknöpfe oder einen alten Ring dicht mit Stickgarn umwickeln und das Ende festnähen.
Egal, was du machst: Die Löcher oder die Öse müssen frei bleiben, sonst kommt die Nadel nicht mehr durch.
Schritt 6
Knöpfe mit Stoff beziehen

So wird aus einem langweiligen Knopf oder einer Pappscheibe ein Stoffknopf, der genau zu deinem Teil passt:
- Schneid einen Stoffkreis mit dem doppelten Durchmesser des Knopfs aus.
- Näh mit doppeltem Faden einen Heftstich rundherum, etwa 3–4 mm von der Kante.
- Leg den Knopf oder die Pappscheibe mittig auf die linke Stoffseite und zieh den Faden an, bis sich der Stoff hinten zusammenrafft.
- Mit ein paar Stichen kreuz und quer über die Raffung schließen und verknoten.
Annähen kannst du ihn durch die Raffung auf der Rückseite, mit einem Fadenschenkel wie in Schritt 2.