Tipps & Tricks
Klarsichtfolie: wiederverwenden statt kaufen und richtig nähen
Nähbare Klarsichtfolie liegt oft schon bei dir zu Hause: in Bettwäsche-Verpackungen, Duschvorhängen oder Tischdecken-Schutz. So erkennst du die richtige und nähst sie sauber.

Für ein Ausweisfach, ein Etui mit Sichtfenster oder eine Kulturtasche brauchst du ein Stück Klarsichtfolie, zum Beispiel für das Ausweisfenster der Geldbörse Kirsche. Kaufen musst du sie meistens nicht. Viele Dinge kommen in weicher, klarer Folie ins Haus, und die landet sonst im Müll.
Nicht jede Folie lässt sich nähen. Manche bricht, manche reißt an den Stichen ein. Hier liest du, wo du gute Folie findest, wie du sie prüfst und worauf du beim Nähen achtest, damit die Naht hält und keine Löcher bleiben.
Das brauchst du
- Weiche Klarsichtfolie aus einer Verpackung, einem alten Duschvorhang o. Ä.
- Stoffklammern (Clips) oder Wäscheklammern
- Klebeband, z. B. Malerkrepp
- Seidenpapier oder dünnes Backpapier
- Eine neue Nähmaschinennadel
- Gleitfuß oder Obertransportfuß, falls vorhanden
- Ein schweres Buch zum Beschweren
Schritt 1
Wo du nähbare Folie findest

Schau dich zu Hause um, bevor du etwas kaufst. Gute Quellen sind:
- Verpackungen von Bettwäsche, Kissen oder Decken. Die Folie ist oft weich und dick genug. Manchmal sind sogar ein Reißverschluss oder Druckknöpfe dran, die du auch weiterverwenden kannst.
- Durchsichtige Duschvorhänge, oft aus PEVA. Ein alter Vorhang reicht für viele kleine Fenster.
- Klarsicht-Tischdeckenschutz, also die Folie, die man über eine Tischdecke legt.
- Dokumenten- oder Ausweishüllen, aber nur, wenn sie weich sind und sich biegen lassen, ohne zu knicken.
Schritt 2
Testen: falten, kratzen, Probenaht

Drei kurze Tests zeigen dir, ob eine Folie taugt:
- Falten: Knick eine Ecke fest um und öffne sie wieder. Die Folie darf nicht brechen und an der Kante nicht weiß werden.
- Kratzen: Fahr mit dem Fingernagel darüber. Bleibt sofort ein deutlicher Kratzer, wird das Fenster bald trüb.
- Probenaht: Näh ein paar Zentimeter auf einem Reststück und zieh vorsichtig quer zur Naht. Reißt die Folie entlang der Stiche, ist sie zu dünn.
Nicht geeignet ist harte, knisternde Folie, die beim Falten weiß wird. Auch dünne gelochte Prospekthüllen fallen durch: Sie reißen an den Stichen ein wie an einer Perforation.
Schritt 3
Säubern und glatt bekommen

Wasch die Folie mit lauwarmem Wasser und etwas Spülmittel ab, so gehen Staub und Fingerabdrücke weg. Heißes Wasser kann sie verformen. Danach mit einem weichen Tuch trocken tupfen.
Knicke von der Verpackung gehen am besten mit Zeit raus: Leg die Folie zwischen zwei Lagen Papier und ein schweres Buch darauf. Nach ein, zwei Tagen ist sie meist glatt.
Bügle Folie nie direkt. Sie schmilzt sofort und klebt am Bügeleisen. Wenn du es doch versuchen willst, dann nur durch Papier oder ein Tuch, auf der niedrigsten Stufe und ohne Dampf. Das bleibt riskant, probier es zuerst an einem Rest.
Schritt 4
Klammern statt Nadeln

Jede Stecknadel hinterlässt in Folie ein Loch, und das bleibt. Halte die Lagen deshalb anders zusammen:
- Stoffklammern oder Wäscheklammern an die Kante setzen.
- Klebeband außerhalb der Naht aufkleben, damit du nicht hindurchnähst. Malerkrepp lässt sich gut wieder abziehen.
- Wenn eine Nadel sein muss, dann nur in der Nahtzugabe, die später abgeschnitten oder eingefasst wird.
Zum Markieren zeichnest du auf einen Streifen Malerkrepp statt direkt auf die Folie. Zuschneiden geht gut mit Rollschneider und Lineal oder mit einer scharfen Schere.
Schritt 5
Damit der Fuß gleitet

Folie klebt gern am Nähfuß und an der Stichplatte. Dann schiebt sie sich vor dem Fuß zusammen, und die Stiche werden ungleichmäßig. Das hilft:
- Gleitfuß, oft Teflonfuß genannt. Seine Unterseite ist beschichtet und rutscht über die Folie.
- Obertransportfuß. Er zieht die obere Lage mit, so dass nichts hängen bleibt.
- Seidenpapier oder dünnes Backpapier obendrauf legen und mitnähen. Danach reißt du das Papier an der Naht entlang ab.
Liegt die Folie unten und klebt an der Stichplatte, kommt der Papierstreifen nach unten.
Schritt 6
Langer Stich, nicht zurücknähen, Fäden verknoten

Jeder Einstich ist ein kleines Loch. Liegen die Löcher zu dicht, reißt die Folie dort ein wie an einer Perforation.
- Stichlänge 3 bis 3,5 mm einstellen.
- Eine neue Nadel einsetzen. Eine stumpfe drückt die Folie ein, statt sauber durchzustechen.
- Nicht zurücknähen. Lass am Anfang und am Ende lange Fäden hängen, zieh sie auf eine Seite und verknote sie.
- Langsam und gleichmäßig nähen, ohne zu ziehen.
Die Schnittkante der Folie sieht oft unsauber aus. Wenn du sie einfasst, ist sie verdeckt und wird stabiler, siehe Einfassen mit Schrägband.