Schritt für Schritt
Gummibund nähen: annähen oder einziehen
Das richtige Gummi, die passende Länge, ein flacher Ring und zwei Wege in den Bund: annähen wie bei Han und Wleg oder in einen Tunnel einziehen.

Ein Gummibund soll halten, ohne einzuschneiden, und sich beim Tragen nicht verdrehen. Dafür kommt es auf drei Dinge an: das passende Gummi, die richtige Länge und eine saubere Verarbeitung.
Es gibt zwei Wege. Beim Annähen sitzt das Gummi fest im Bund und kann sich nicht verdrehen, so machen wir es bei der Hose Han und bei den Leggings Wleg. Beim Einziehen schiebst du es durch einen Tunnel; das geht schnell und lässt sich später leicht nachstellen. Der Artikel Wäsche- und Ziergummi annähen zeigt dagegen Gummi, das außen an der Kante sitzt.
Das brauchst du
- Gummiband in der Breite aus der Anleitung (z. B. 3 cm bei Han, 1,5 cm bei Wleg)
- Maßband
- Stecknadeln oder Clips und Kreide
- Eine große Sicherheitsnadel (zum Einziehen)
- Nähmaschine mit Zickzackstich oder Overlock
Schritt 1
Das richtige Gummi

Zieh ein Stück Gummi in die Länge und schau auf die Breite:
- Gestricktes Gummi (glatte Längsrippen) bleibt beim Dehnen fast gleich breit und hält Nadelstiche gut aus. Es ist das richtige zum Annähen.
- Geflochtenes Gummi (kleines Fischgrätmuster) wird beim Dehnen deutlich schmaler und leiert aus, wenn man durchnäht. Es eignet sich nur zum Einziehen in einen Tunnel.
Nimm die Breite aus der Anleitung. Ein zu schmales Gummi rollt sich im Bund, ein zu breites wellt den Stoff.
Schritt 2
Die richtige Länge finden

Leg das Gummi im Sitzen dort um den Körper, wo der Bund sitzen soll. Im Sitzen ist der Umfang am größten. Es soll anliegen und halten, aber nicht einschneiden. Als Richtwert landest du meist bei 85 bis 90 % des Körperumfangs. Bei unseren Maßschnitten steht ein Richtwert auf dem Deckblatt.
Markier die Stelle und schneide mit 1,5 bis 2 cm Überlappung zum Zusammennähen ab.
Probier vor dem Annähen, ob der Ring über die Hüfte geht. Sonst kommst du später nicht hinein.
Schritt 3
Zum Ring nähen, ohne zu verdrehen

Leg die Enden flach übereinander, so weit wie die Überlappung. Näh sie mit einem breiten Zickzack in einem kleinen Kästchen fest, also hin, zurück und einmal quer.
Bevor du nähst, prüf, ob der Ring flach liegt. Eine halbe Drehung im Gummi siehst du später im Bund als dicke Wulst und bekommst sie nur mit Auftrennen wieder heraus.
Schritt 4
Annähen: vierteln und dehnen

So kommt das Gummi gleichmäßig in den Bund:
- Vierteln: Gummiring und obere Bundkante jeweils in vier gleiche Abschnitte teilen und markieren. Eine Markierung am Bund liegt in der hinteren Mitte.
- Feststecken: die Markierungen aufeinander, das Gummi auf die Nahtzugabe der Bundkante an der Innenseite.
- Nähen: mit Zickzack oder Overlock, das Gummi dabei so dehnen, dass es zwischen den Markierungen genau auf dem Stoff liegt. Den Stoff selbst nicht ziehen.
Bei Han und Wleg steht in der Anleitung, an welcher Kante das Gummi sitzt.
Schritt 5
Umschlagen und absteppen

Klapp den Bund so um, dass das Gummi oben im Bruch liegt. Dann von außen knapp unter dem Gummi durch alle Lagen steppen, mit einem dehnbaren Stich, und dabei den Bund leicht dehnen, damit er flach unter dem Fuß liegt.
Damit sich das Gummi beim Waschen nicht dreht, an den Seitennähten von oben bis zur Steppnaht senkrecht in der Naht feststeppen.
Schritt 6
Oder: in einen Tunnel einziehen

Für einen Tunnel den Bund umschlagen und zwei Steppnähte so nähen, dass das Gummi locker dazwischen passt. Dabei an einer Seitennaht 4 cm offen lassen.
- Eine große Sicherheitsnadel an ein Gummiende stecken und durch den Tunnel schieben.
- Das andere Ende festhalten oder mit einer Nadel am Stoff sichern, sonst verschwindet es im Tunnel.
- Beide Enden herausziehen, auf Länge prüfen, zum Ring nähen wie in Schritt 3.
- Gummi in den Tunnel gleiten lassen, die Weite gleichmäßig verteilen und die Öffnung schließen.