Tipps & Tricks
Druckknöpfe setzen: oben, unten und was tun, wenn er nicht hält
Welches Teil kommt oben hin, welches unten, und warum hält der Druckknopf nicht? So setzt du Druckknöpfe aus Kunststoff und Metall, die sitzen, und rettest die, die es nicht tun.

Druckknöpfe sind schnell gesetzt und halten lange, wenn zwei Dinge stimmen: Jedes Teil sitzt auf der richtigen Lage, und der Stoff darunter ist fest genug. Die Geldbörse Kirsche zum Beispiel schließt mit Druckknöpfen.
Die meisten Probleme entstehen in den Sekunden vor dem Pressen. Ein vertauschtes Teil, ein zu kurzer Dorn oder eine einzelne dünne Stofflage, und der Knopf fällt nach ein paar Tagen ab. Hier liest du, wie du das vermeidest und was du tust, wenn es doch passiert ist.
Das brauchst du
- Druckknöpfe aus Kunststoff oder Metall, ein paar mehr als nötig
- Passende Zange oder Presse
- Ahle
- Kreide oder Trickmarker
- Eine Stecknadel
- Feste Bügeleinlage oder ein Filzrest zum Verstärken
- Stoffreste zum Testen
- Seitenschneider (nur zum Entfernen)
Schritt 1
Die Teile kennen

Ein Druckknopf besteht aus zwei Hälften, und jede Hälfte aus zwei Teilen:
- Die Buchse ist das weibliche Teil mit der Öffnung. Dazu gehört eine Kappe, die von der anderen Stoffseite dagegengedrückt wird.
- Der Zapfen ist das männliche Teil mit dem Knubbel. Er bekommt ebenfalls eine Kappe, bei Metall oft ein flaches Rückteil.
Bei Kunststoff hat die Kappe einen Dorn, der durch den Stoff gesteckt und beim Pressen plattgedrückt wird. Bei Metall sitzt ein Hohlniet an Kappe oder Rückteil, der beim Setzen aufgeweitet wird.
Sortier die Teile vor dem Setzen in zwei Häufchen: Kappe mit Buchse, Kappe oder Rückteil mit Zapfen. Dann greifst du nicht daneben.
Schritt 2
Was kommt wohin: Buchse oben, Zapfen unten

Die Faustregel: Die Buchse kommt auf das Teil, das beim Schließen oben liegt, meistens die Klappe. Ihre Kappe sitzt außen und ist die schöne Seite, die man sieht. Die Buchse selbst liegt auf der Innenseite der Klappe, die Öffnung zeigt nach unten.
Der Zapfen kommt auf die Unterlage, und zwar auf die Außenseite, der Knubbel zeigt nach oben. Seine Kappe sitzt innen und ist später nicht zu sehen.
Bevor du presst, mach den Spiegeltest: Steck die Teile lose durch die Löcher, ohne zu pressen, und klapp zu. Treffen Öffnung und Knubbel aufeinander, stimmt es.
Schritt 3
Die Position auf beiden Lagen markieren

Schließ das Teil so, wie es später benutzt wird, und steck an der gewünschten Stelle eine Stecknadel senkrecht durch alle Lagen. Markier den Einstich oben und unten mit Kreide. Dann öffnen und prüfen, ob beide Markierungen beim Zuklappen genau übereinanderliegen.
- Die Knopfmitte liegt mindestens 1 cm von der Kante entfernt, bei großen Knöpfen etwas mehr. Sonst steht die Kappe über oder sitzt auf einer dicken Naht.
- Hat dein Schnitt eine Markierung, übertrag sie gleich beim Zuschneiden, siehe Schneiden ist das halbe Nähen.
Unsicher? Falt das Ganze erst aus Papier nach, stich durch beide Lagen und schau, ob die Löcher beim Schließen da sitzen, wo du sie willst.
Schritt 4
Verstärken: nie in eine einzelne dünne Lage

Ein Druckknopf hält nur so gut wie der Stoff, in dem er sitzt. Bei jedem Öffnen ziehst du an diesem kleinen Loch. In einer einzelnen dünnen Lage reißt es früher oder später aus.
- Rechne mit mindestens 3–4 Stofflagen an der Stelle, zum Beispiel Außenstoff, Futter und Einlage.
- Reicht das nicht, bügle ein kleines Stück feste Bügeleinlage dahinter oder leg einen Filzrest zwischen die Lagen. Welche Einlage passt, steht in Bügeleinlagen: welche wofür?.
- Das Loch stichst du mit der Ahle. Sie schiebt die Fäden auseinander, statt sie zu durchtrennen. Mach es nur so groß, dass der Dorn gerade durchpasst. Ein gestanztes oder geschnittenes Loch wird schnell zu groß.
Schritt 5
Setzen: gerade pressen und durch Drehen prüfen

Steck die Kappe von außen durch das Loch und setz das passende Gegenstück auf den Dorn. Bevor du presst, schau dir den Dorn an: Er sollte etwa 2–3 mm über den Stoff hinausragen. Ist er kürzer, kann er nicht richtig plattgedrückt werden. Ist er viel länger, knickt er zur Seite.
Leg den Knopf genau mittig in Zange oder Presse und drück gerade und gleichmäßig, nicht schräg. Bei Kunststoff reicht ein fester Druck, bis der Dorn flach ist. Mehr Kraft macht ihn nicht haltbarer.
Dann der Test: Fass den Knopf an und versuch, ihn zu drehen und zu wackeln. Er darf sich nicht lose drehen. Tut er es doch, lies im nächsten Schritt weiter.
Schritt 6
Wenn er nicht hält: Fehler finden und beheben

- Er fällt heraus: Der Dorn war zu kurz für die Stoffdicke, oder die Lagen sind zu dünn. Verstärke die Stelle und nimm bei dicken Lagen Knöpfe mit längerem Dorn.
- Er geht nicht zu: Die Teile sind vertauscht, zum Beispiel zwei Buchsen gegenüber, oder sie sitzen schief zueinander.
- Der Kunststoff ist gesprungen: zu viel Druck. Beim nächsten nur so fest pressen, bis der Dorn flach ist.
Einen falsch gesetzten Knopf bekommst du wieder ab: Schneid die Kappe vorsichtig mit dem Seitenschneider durch und zieh die Reste heraus. Pass dabei auf den Stoff auf. Das alte Loch ist danach meist geweitet. Setz den neuen Knopf etwa 5 mm daneben oder auf eine verstärkte Stelle.