Grundlagen
Bügeleinlagen: welche wofür?
Dünn, mittel, fest, Volumenvlies, Stretch oder Formband: welche Bügeleinlage in welches Teil gehört und wie du sie aufbügelst, ohne dass sie Blasen wirft.

Bügeleinlage siehst du am fertigen Teil nicht. Aber du merkst sofort, wenn sie fehlt oder die falsche ist: Der Kragen fällt in sich zusammen, die Knopfleiste wellt sich, die Tasche steht nicht.
Einlage ist ein dünnes Vlies oder Gewebe mit Klebepunkten auf einer Seite. Du bügelst sie auf die linke Stoffseite, und der Stoff wird an dieser Stelle stabiler. Welche du nimmst, hängt davon ab, wie fest das Teil werden soll und was dein Stoff mitmacht.
Hier ist, welche Einlage wofür passt und wie du sie so aufbügelst, dass sie auch nach dem Waschen hält.
Das brauchst du
- Bügeleinlage in der passenden Stärke
- Bügeleisen und Bügelbrett
- Ein Bügeltuch (ein dünnes Baumwolltuch reicht)
- Ein paar Reste vom Stoff zum Testen
- Stoffschere oder Rollschneider
Schritt 1
Dünn, mittel, fest: die drei Grundstärken

Die meisten Einlagen gibt es in drei Stärken. Als Faustregel gilt: Die Einlage sollte nicht steifer sein, als das fertige Teil sein soll.
- Dünn und weich für Kragen, Belege und Knopfleisten in Blusenstoffen. Es gibt sie gewebt oder als Vlies. Gewebte Einlage fällt weicher, Vlies franst nicht und ist leicht zu schneiden.
- Mittel für Taschen, den Hosen- oder Rockbund und Knopfleisten an festeren Stoffen.
- Fest bis steif für Taschenböden, Geldbörsen und alles, was von allein stehen soll.
Viele Hersteller geben ihren Einlagen Nummern. Bei Vlieseinlagen sind zum Beispiel „H“-Nummern verbreitet. Das ist nur ein Hinweis auf die Stärke, keine Empfehlung. Fühl die Einlage an und leg sie auf deinen Stoff, bevor du dich entscheidest.
Schritt 2
Volumenvlies, Stretch-Einlage und Formband

Neben den drei Grundstärken gibt es ein paar Spezialisten:
- Volumenvlies ist dick und weich. Es polstert Taschen, Etuis und Laptophüllen und gibt ihnen eine weiche Form, ohne sie hart zu machen.
- Stretch-Einlage ist gewirkt und gibt selbst nach. Die nimmst du für Jersey, zum Beispiel für Belege oder Blenden. Eine normale Einlage macht Jersey steif und löst sich, sobald er gedehnt wird.
- Formband ist ein schmaler Streifen Bügeleinlage, oft 1 bis 2 cm breit. Es stabilisiert Jerseysäume und Schulternähte, damit sie sich beim Nähen und Tragen nicht ausleiern.
Mehr zu welligen Säumen findest du in 5 Jersey-Fallen.
Schritt 3
Klebeseite erkennen und erst am Rest testen

Die Klebeseite fühlt sich rau an und glänzt leicht. Halt die Einlage schräg gegen das Licht, dann siehst du die kleinen Klebepunkte. Diese Seite kommt auf die linke Seite deines Stoffs, die glatte Seite zeigt zum Bügeleisen.
Bevor du an deine Zuschnitte gehst, bügle ein Stück Einlage auf einen Rest vom selben Stoff. Dann prüfst du:
- Hält sie überall, auch an den Ecken?
- Ist der Stoff so fest, wie du ihn haben willst, oder zu steif?
- Zeichnet sich die Kante auf der rechten Seite ab?
- Hat der Stoff die Hitze vertragen, ohne zu glänzen oder einzulaufen?
Schritt 4
Zuschneiden: etwas kleiner, feste Einlage ohne Nahtzugabe

Schneid die Einlage nach demselben Schnittteil zu wie den Stoff, aber nicht ganz so groß. Steht sie über den Stoff hinaus, klebt sie am Bügelbrett oder am Bügeleisen fest.
- Dünne und mittlere Einlage: rundherum 2 bis 3 mm kleiner schneiden. Sie wird mit in die Naht gefasst und hält dort mit.
- Feste Einlage und Volumenvlies: ohne Nahtzugabe zuschneiden, also genau bis zur Nählinie. Sonst wird die Naht dick und steif, und Ecken lassen sich kaum noch wenden.
Bei gewebter Einlage achtest du auf den Fadenlauf, genau wie beim Stoff. Die meisten Vlieseinlagen haben keinen, die kannst du legen, wie es am besten passt.
Schritt 5
Aufbügeln: drücken, nicht schieben

Leg den Stoff mit der linken Seite nach oben aufs Bügelbrett und die Einlage mit der Klebeseite darauf. Darüber kommt ein Bügeltuch, es schützt Bügeleisen und Stoff.
- Temperatur so hoch, wie dein Stoff es verträgt. Dampf nur, wenn Stoff und Einlage ihn vertragen. Die Angaben zur Einlage bekommst du meist beim Kauf mit.
- Bügeleisen aufsetzen und kräftig drücken, nicht hin und her schieben. Sonst verrutscht die Einlage und wirft Falten.
- Jede Stelle etwa 10 bis 15 Sekunden, dann anheben und überlappend weitersetzen.
- Danach das Teil flach liegen lassen, bis es abgekühlt ist. Erst dann ist der Kleber fest.
Schritt 6
Typische Fehler und was hilft

- Blasen nach dem Waschen: zu wenig Hitze, zu wenig Druck oder zu kurz gebügelt. Oder der Stoff war nicht vorgewaschen und ist eingelaufen, die Einlage nicht. Stoff vorher waschen und länger, kräftiger drücken.
- Kleber am Bügeleisen: Die Einlage lag mit der Klebeseite nach oben oder stand über den Stoff hinaus. Bügeltuch nehmen und vorher prüfen, welche Seite rau ist.
- Kante scheint durch oder bildet eine steife Stufe: Die Einlage ist zu dick für den Stoff. Nimm eine dünnere und schneid die Nahtzugabe der Einlage ab.
Für eine Geldbörse wie Kirsche aus Webbaumwolle lohnt sich der Test am Rest besonders. Die Außenhülle bekommt eine Einlage, und dort sieht man jede Blase.